Organspende in Deutschland

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In Deutschland warten rund 11.000 Menschen auf eine Organspende. Sicher wurdet ihr schon des häufigeren gefragt, ob ihr einen Organspendeausweis besitzt? Auch bei diesem Thema gilt es mal wieder sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen zu müssen und eine Entscheidung zu treffen, die nicht gerade zu den angenehmsten im Leben zählt. Und was genau bringt euch nun dieser orange-blaue Organspendeausweis? Fakt ist: Wenn ihr keinen besitzt, macht ihr euren Angehörigen und den Ärzten das Leben weitaus schwieriger, denn ohne Ausweis habt ihr euch nicht offiziell für oder gegen das Spenden eurer Organe ausgesprochen. 

Was das wiederum bedeutet? Solltet ihr noch keinen Ausweis besitzen, bestellt euch schleunigst einen, oder druckt ihn euch kostenlos aus. Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem ihr per Ausweis offiziell kommuniziert und festlegt, ob und was ihr im Fall der Fälle spenden wollt, denn hier gilt offiziell die „Entscheidungslösung“.

Organspende – Ja oder Nein?

Hier geht es also nicht nur darum, eure Spendenfreudigkeit mitzuteilen, sondern auch dazu zu stehen, wenn ihr eure Organe nachdem ihr verstorben seid, keinem anderen Menschen zur Verfügung stellen wollt. Kurz: Ihr sollt eine Entscheidung treffen!

Tragt ihr also keinen Ausweis bei euch, müssen im schlimmsten Falle die Hinterbliebenen den schweren Entschluss treffen, sofern es noch möglich wäre, mit euren gesunden Organen einem anderen und schwerstkranken Menschen das Leben zu verlängern.

Mit dem Organspendeausweis trefft ihr also eure persönliche Entscheidung. Egal, ob ihr spenden wollt oder aber nicht.

Außerdem könnt ihr euch genau überlegen, welche Organe ihr anderen Menschen zur Verfügung stellen wollt. Ihr seht, ihr habt hier alle Möglichkeiten und solltet euch deshalb um so mehr darum kümmern, dieses kleine Kärtchen immer bei euch zu tragen. Somit habt ihr gleich drei Dinge auf einmal. Niemand entscheidet gegen euren Willen, ihr könnt Leben retten und macht es euren Angehörigen und den Ärzten leichter.

Vorsicht bei der Aufbewahrung!

Wichtig ist, dass ihr euren Ausweis so sicher aber eben auch so einsehbar wie möglich aufbewahrt und natürlich mit euch tragt, da er (bisher) an keiner Stelle registriert wird, geschweige denn an einem offiziellen und zugänglichen Ort hinterlegt werden kann. Ihr allein seid also für euren Ausweis verantwortlich und natürlich schadet es nicht, eine vertraute Person über eure Wünsche zu unterrichten. Diese Person könnt ihr auch ganz offiziell auf dem Organspendeausweis kenntlich machen. Dies sollte allerdings auch für den Gemütszustand dieses Angehörigen nur unter Absprache erfolgen und für ihn keinen Überraschungseffekt darstellen, wenn er plötzlich dazu befragt wird, ob und welche Organe ihr spenden wollt.

Titelbild: © Alexander Raths – Fotolia.com

Autor: Saskia Schwarz

Es ist gar nicht so einfach, mal eben kurz in Worte zu fassen, wie ich über den Tod und das Sterben denke. Auch wenn ich mich seit nun fast 1,5 Jahren beruflich damit auseinandersetze. Ich würde aber behaupten, dass sich meine Sicht darauf nicht groß verändert hat. Natürlich bin ich durch die tägliche Recherche noch sehr viel informierter, aber ein Tabuthema war es für mich auch davor schon nicht. Um so wichtiger finde ich es, mein erweitertes Wissen und den Umgang mit Trauer- und Vorsorge-Themen an unsere Leser weitergeben zu dürfen. Gerade, wenn es um die eigene Beerdigung , das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben sowie die Themen Organspende und Depressionen geht. Diesbezüglich liegt es mir sehr am Herzen, wenn ich Menschen durch unsere Offenheit dazu ermutigen kann, die Angst vor diesen Bereichen bzw. gegenüber ihrer Thematisierung zu verlieren. Denn der Tod ist und bleibt nun mal Teil des Lebens.

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